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Ausbildungshilfe wird Namen gerecht
[2007-08-02 - Intern]

Selm. (ht) Das Schuljahr ist zu Ende, die Sommerferien haben begonnen, Zeit für die Ausbildungshilfe Selm e.V., einmal ein Resümee über ihre Tätigkeiten im vergangenen Jahr zu ziehen. Die neun ehrenamtlichen Helfer des Vereins führten im zurückliegenden Schuljahr insgesamt 136 Beratungen durch. Monatlich wurde die Otto-Hahn-Realschule aufgesucht, hier nutzte rund ein Drittel der abgehenden Schüler das Gesprächsangebot.

Bei der Erich-Kästner-Hauptschule waren es von 86 entlassenen Jugendlichen 69, die eine Beratung durch die Ausbildungshilfe wünschten. Vier Schüler erhielten durch die Begleitung einen Ausbildungsvertrag. "Bewerbungsanforderungen werden zwar innerhalb des Unterrichtes im neunten Schuljahr ausführlich erklärt und wiederholt auch als Haus- oder Klassenarbeit aufgegeben, jedoch zeigt die Praxis, dass den Schülern zum Ende des zehnten Schuljahres wichtige Details nicht mehr präsent sind", erklärte die Vorsitzende Marie-Lis Coenen.

Ihr Fokus konzentriert sich nun stärker auf die Bewerbungen der Jugendlichen, um die Chancen der Schulabgänger auf dem Arbeitsmarkt zu optimieren. Aber nicht nur die Bewerbungen sind ein Thema: So ist es viel Aufklärungsarbeit, die der Verein leistet, da es eine Vielzahl veränderter und neuer Berufsfelder gibt. Jemand, der sich nach eingehender Beratung umorientiert hat, ist Agnes Rüther. "Eigentlich wollte ich Mediengestalterin werden, weil ich ganz gut malen kann. Ich habe mich nach meinem Fachabitur beworben, aber keine Ausbildungsstelle gefunden", erzählt die 19jährige Selmerin, die gerade ihren Praktikumsplatz bei der Polizei als Kraftfahrzeugmechatronikerin antreten konnte.

Dies hat sie der zweiten Vorsitzenden Jutta Steiner zu verdanken, die ihre Kontakte nutzte. "Im Grunde genommen habe ich jetzt mein Hobby zum Beruf gemacht, denn ich bin Motorsport begeistert und stamme aus einer Technikerfamilie", erzählte Rüther, die ihre ersten Öl- und Luftfilterwechsel bereits gemacht hat. Viel Freude an der Arbeit mit alten Menschen hat Lisa Lackay: Ihr konnte die Ausbildungshilfe mit einem einjährigen Pratikumsplatz im Altenwohnheim St. Josef unter die Arme greifen. Zur Zeit laufen die Bemühungen, sie in eine Anschlussmaßnahme zu vermitteln, um das Ziel einer Ausbildung in der Altenpflege zu erreichen. Ebenfalls einen langen und steinigen Weg mit vielen Enttäuschungen hatte Marcel Köppel hinter sich, bevor er die Ausbildungshilfe in Anspruch nahm. Er beginnt seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadtverwaltung am 1. August und ist überglücklich. "Ich hätte mir mehr Ehrlichkeit in den Bewerbungsgesprächen gewünscht. Viele Firmen geben einem das Gefühl, man sei genau der Richtige und am Ende bekommt man dann eine Standardabsage, dass war oft sehr frustrierend", kritisiert der 24-Jährige und ergänzt: "Ich war sehr froh über die Unterstützung der Ausbildungshilfe. Frau Coenen ist das Vitamin B des kleinen Mannes."

Ein Wermutstropfen bleibt trotz aller Erfolge, denn in Selm fehlen auch in diesem Jahr wieder rund 100 Ausbildungsplätze. Nähere Infos unter Tel: 0163/440 84 03.

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